Die SPD stagniert in den Umfragen schon seit einigen Monaten, nun hat sie sogar ein Rekordtief erreicht, sehr zur Enttäuschung ihrer Mitglieder, Parteifreunde und des Führungspersonals.

An der Leistung kann es kaum liegen, gehen doch einige beachtliche Erfolge auf ihr Konto, beispielsweise die Einführung des Mindestlohns oder der Mütterrente. Auch das Führungspersonal ist so schlecht nicht. Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Andrea Nahles, Manuala Schwesig – um nur einige zu nennen – sind präsent, haben wichtige Themen besetzt und wirken kompetent. Die „Frauenquote“ der SPD ist vorbildlich.

Aber eines fällt auf: Die SPD versucht sich weitestgehend gegen die CDU und die CSU zu positionieren. Etwa indem sie ihre Rolle als „kleinerer“ Koalitionspartner betont, und darauf hinweist, wie sehr sie immer wieder an Mauern stößt oder wie nervig die Konflikte zwischen CDU und CSU sind.

Die Abgrenzung zu den Grünen und der Linken wirkt dagegen vergleichsweise schwach. Das erweckt den Eindruck, dass die SPD momentan eher den zukünftigen Koalitionspartner schonen möchte, als sich mit ihrer Politik beim jetzigen Partner durchzusetzen.

Wohin könnte ein Coaching in dieser Situation gehen?

  • Vielleicht sich darüber klar zu werden, ob sie nun regieren will oder nicht und mehr Mut, eindeutige Positionen zu beziehen, auch wenn diese scheinbar Brücken hinter sich zerstört.
  • Vielleicht mehr wahrhaftig innovative Ideen, wie sich unsere Gesellschaft weiterentwickeln soll, auch wenn sie (wie viele gute Ideen) zunächst entrüstet abgelehnt werden könnten.
  • Und es vielleicht auch einmal auf eine echte Regierungskrise ankommen lassen und diese als Chance sehen, sich wieder zu erneuern.

Mut, Innovation und Krisenmanagement: drei von vielen tollen Coaching-Zielen. Ich hätte Lust drauf.