Vor einiger Zeit arbeitete ich für den Leiter eines großen Change-Management Projekts. Über seinem Schreibtisch hatte er ein Schild mit folgender Aufschrift platziert: „Dieses Projekt flößt jedem Respekt ein! Betrachte es als eine Chance zur persönlichen Weiterentwicklung“.

Ich war beeindruckt, nicht nur wegen seiner Offenheit, sondern weil er klar aussprach, was oft vergessen wird: Wir saßen alle im gleichen Boot (d.h. Change-Management Projekt) und eine gute Mannschaft entstand nur durch die persönliche Weiterentwicklung aller. Jeder der stehen geblieben wäre, hätte die andere mit aufgehalten.

Nicht nur für Großprojekte ist eine gute Mannschaft von unschätzbarem Wert. Vor Kurzem wurde ich zu einer pädagogischen Einrichtung gerufen, in der zahlreiche Konflikte nicht gelöst, sondern unter den Teppich gekehrt wurden. Die Kommunikation und Aushandlungsbereitschaft war auf einem Tiefpunkt angelangt. Mannschaftsdenken: Fehlanzeige.

Ganz im Sinne der Pädagogik gab die Geschäftsführerin das Leitmotiv aus: „Wir entwickeln uns weiter, weil sich unsere Kunden weiterentwickeln.“ Das war ein hervorragendes Feedback an die Mitarbeiter und eine sehr hilfreiche Grundlage für die weitere Arbeit mit den Beteiligten.

Die erfolgversprechendste Regel für ein Veränderungsprojekt ist, eine gute Mannschaft aufzubauen und die Mitarbeiter dazu zu ermutigen, sich in dieser Hinsicht persönlich weiterzuentwickeln. Je früher man damit beginnt, umso eher gelingt das Vorhaben. Viele scheitern, weil das Projektteam diese Arbeit vernachlässigt.

Jede Mannschaft ist einzigartig. Jede hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Und jede Mannschaft hat stets eine entscheidende Qualität, die sie JETZT nach vorne bringt. Etwa die Schnelligkeit oder die Risikobereitschaft oder die Uneigennützigkeit oder das Vertrauen. Findet man diese Qualität, folgt die Entwicklung einem natürlichen Fluß und es entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit. Der Weg entsteht beim Gehen.

Diese Arbeit lohnt sich. Eine gute Mannschaft lässt sich durch nichts aufhalten. Alle ziehen am gleichen Strang, helfen sich gegenseitig, wissen wo der andere steht, verzichten auf Schuldzuweisungen und teilen Informationen. Eine gute Mannschaft macht nicht nur mehr Freude und wirkt attraktiv auf andere, sie ist auch viel leistungsfähiger als eine Gruppe, die aus lauter talentierten Einzelkämpfern besteht. Hat man schon einmal so gearbeitet, will man immer wieder dorthin zurück.

Lesen Sie hier, wie Sie mit contrahierten Aha-Erlebnissen und Chancenwahrnehmung für die Indiviuen, Team und die Organisation zum Ziel kommen (CACITO).