Oft herrschen in Organisationen unerträgliche Zustände. Es wird gestritten, es werden suboptimale Entscheidungen getroffen, gute Leute gehen und viele fühlen sich ungerecht behandelt und wissen nicht, wie und ob überhaupt, sie etwas ändern können.

Auf meine Frage, ob nicht ein Coaching sinnvoll wäre, sehe ich in skeptische Gesichter. Was könnte Coaching hier schon ausrichten? Und natürlich kommt es meistens zu keinem Coaching. Das ist schade, wie nachvollziehbar, dennoch nicht unausweichlich.

Nun reagiert meiner Erfahrung nach jeder Mensch anders auf diese Situation und jeder muss seinen eigenen Weg finden. Hier ein paar Anregungen, neben dem naheliegenden, ein Coaching zu machen, auch (oder gerade) wenn es sinnlos erscheinen mag:

Erstens, nehmen Sie eine unzerstörbare Haltung ein. Man kann von Donald Trump halten, was man will. Aber eines kann der Mann: stets mit seiner Körpersprache zum Ausdruck bringen, dass ihn nichts und niemanden unterkriegt. Das kann man üben. Körper und Geist sind bekanntlich eins und folgen sich gegenseitig. Starten Sie mit Ihrem Körper. Bleiben Sie aufrecht, gerade dann, wenn Sie eine gebücktere Haltung einnehmen wollen.

Zweitens, bilden Sie eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Mit anderen gemeinsam kann man ungleich mehr ertragen, als alleine. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Erstaunlicherweise ist der Zusammenhalt unter den Führungskräften oft das erste, das bei unerträglichen Zuständen erodiert. Jeder ist von der Aussichtslosigkeit einer Veränderung überzeugt. Vielleicht ist das auch so. Doch eines ist immer möglich: Sie können ein Team von Gleichgesinnten bilden, womöglich sogar eine Mannschaft.

Drittens, verstehen Sie die unerträglichen Zustände als eine Chance. Schwere Zeiten, Hoffnungslosigkeit oder extremer Stress sind prädestiniert für eine persönliche Weiterentwicklung. Vielleicht stecken ja einmal Ihre Enkel in einer ähnlichen Situation und fragen Sie eines Tages, was Sie damals getan haben. Und vielleicht wollen Sie Ihren Enkeln dann eine gute Geschichte erzählen.