Ab und zu werde ich gefragt, ob ich eine gute Coaching-Ausbildung empfehlen könnte – so auch kürzlich wieder am Rande einer Veranstaltung. Ich selbst biete keine Ausbildung an und kann da ganz „neutral“ Stellung beziehen. Ich sagte der Person, einem Berater für agile Methoden, dass man meines Erachtens eine wirklich gute Ausbildung an drei Punkten erkennen kann:

  1. Die Ausbilder vermitteln ihre eigene, in sich stimmige Coaching-Methodik. Das heißt, sie reihen nicht nur Lerninhalte aus einschlägigen Fachbüchern aneinander. Außerdem werden die Ausbildungs-Module nicht alle von verschiedenen Trainern vorgetragen. Auch wenn das wohlklingend beispielsweise als „fragmentarisches Lernen“ bezeichnet wird, fand ich es immer spannender, wenn die Ausbilder eine eigene Coaching-Philosophie entwickelt hatten.
  2. Die Teilnehmer coachen sich nicht nur gegenseitig im Rahmen der Ausbildung, sondern bekommen von den Ausbildern selbst ein persönliches Coaching. Das ist leider seltener der Fall als man denkt. Ich glaube, nur der kann als Coach professionell agieren, der schon selbst einmal ein Coaching von einem Profi bekommen hat.
  3. Die Ausbilder erwarten von den Teilnehmern begleitend mindestens drei Coachings mit realen Kunden und supervidieren diese. Für viele Einsteiger ist dies eine schwierige (und unattraktive) Hürde, aber ein gutes Institut kann bei der Kundensuche Hilfestellung geben. Ohne diese realen Coachings ist es eher unwahrscheinlich, dass die Teilnehmer nach der Ausbildung einigermaßen professionell coachen können.

Natürlich gibt es nicht die optimale Ausbildung per se. Außerdem gibt es eine Fülle anderer Kriterien, wie Preis, Dauer, Lokation, Stilrichtung, Veröffentlichungen u.v.m. Für meinen Gesprächspartner waren diese drei Kriterien ein wenig überraschend, weil er sie bei seiner Suche bislang gar nicht in Erwägung gezogen hatte.