Es ist kein Geheimnis – Geschwindigkeit ist der Schlüssel zum Erfolg. Das schnellere Unternehmen ist früher mit neuen Produkten am Markt, kann sich unmittelbarer auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen, Kundenanfragen zügiger beantworten und Krisen vor der Konkurrenz überwinden.

Was wurde nicht alles schon für die Geschwindigkeit erfunden: Process Reengineering, Cost-Cutting, Bürokratieabbau, Industrie 4.0 oder Lean Management und vieles mehr. Alles gut gemeint, aber wird damit das Unternehmen wirklich schneller? Oder macht man damit die Dinge nur komplizierter?

Geht es bei der Geschwindigkeit nicht um elementare Dinge?

Back to  the roots: Man nehme eine Sportmannschaft. Was muss ein Team, das auf dem Spielfeld steht und schneller werden will, tun? Meiner Beobachtung nach sind es drei ganz fundamentale Aspekte, die genauso auch für Unternehmen gelten.

Erstens: Jeder auf dem Spielfeld muss wissen, was um ihn herum vorgeht. Was machen die eigenen Kollegen, was das gegnerische Team (die Konkurrenz), und, ganz wichtig, wo ist der Ball? Überblick ist das Zauberwort und die Grundvoraussetzung für Geschwindigkeit. Wer sich immer erst orientieren muss, bevor er eine Entscheidung trifft, ist viel zu langsam. Während man nachdenkt, hat sich die Situation womöglich schon geändert. Und dem Ball hinterher zu rennen, macht keinen Spaß.

Zweitens: Wer am Ball ist, muss ihn schleunigst an die besser positionierte Person abgeben oder selbst nach vorne bringen. Der Ball auf dem Spielfeld, ist in Unternehmen nichts anderes als die Information. Unternehmen müssen den Ball laufen lassen, sprich Informationen weitergeben. Uneigennütziges Teilen mit der Person, die den „Ball“ nun gebrauchen kann, ist der zweite Schlüssel zur Geschwindigkeit. Natürlich funktioniert das nur mit einem ausreichenden Überblick, siehe erstens.

Drittens: Erstens und zweitens brauchen Übung. Den einen fordert es heraus, sich nicht abzuschotten, den anderen das nötige Vertrauen in den Mitspieler zu haben oder den Überblick trotz Reizüberflutung nicht zu verlieren. Ohne persönliche Weiterentwicklung, die sich nicht nur an den eigenen Wünschen, sondern auch an den Mitspielern ausrichtet, funktioniert das nicht. Das ist die dritte ganz fundamentale Tatsache, auf dem Spielfeld wie im Unternehmen.

Überblick, uneigennütziges Teilen und die persönliche mannschaftsdienliche Weiterentwicklung, darum geht es bei der Geschwindigkeit. Alles andere mag gut klingen und gut gemeint sein, macht die Organisation aber eher langsamer. Und diese drei Aspekte sind – Kompetenzen. Die kann man lernen, beziehungsweise stärken. Da kommt dann auch das Coaching ins Spiel. Wie auf dem Spielfeld auch. Oder?

Lesen Sie die Fortsetzung: Die vierte Kompetenz der Geschwindigkeit

Ihr

Thomas Schulte & Hans Peter Wimmer