Macht ist geil. Seien wir ehrlich. Ein Blick in die Medien genügt, um festzustellen: Viele kämpfen für sie, nur wenige bekommen sie auf gewaltfreiem Weg. Viele bedienen sich der Brutalität; Kriege, Übergriffe und Exzesse sind allgegenwärtig.

Wer in Unternehmen etwas erreichen will, braucht Macht, egal an welcher hierarchischen Position er oder sie wirkt. Geht sie einher mit Brutalität, ist sie leichter zu bekommen und gleichzeitig weniger machtvoll. Brutalität in Unternehmen ist weitverbreitet, siehe beispielsweise rigide Wachstumsvorgaben oder unmögliche Ziele wie Kostensenkung bei gleichzeitig geforderter Ertrags- und Qualitätssteigerung.

Solche Macht ist weniger machtvoll, nicht nur, weil sie mit versteckten Kosten, wie Burnout oder Kündigungen erkauft wird, sondern auch, weil sie, außer einer gewissen Skrupellosigkeit, keiner inneren Arbeit bedarf.

Ich glaube an die besondere Macht eines Spielführers einer Mannschaft. Ein primus inter pares. Jemand, der gelitten hat, Demut zeigen kann, auch wenn er Fehler macht oder gemacht hat. Ich kann verstehen, dass ein Verein wie Bayern München einem Uli Hoeneß wieder folgen mag, trotz der vielen Verfehlungen, die er begangen hat.

Angesichts der brutalen Macht in unserer Gesellschaft, hat jede Führungskraft meines Erachtens die Verpflichtung, an seiner beziehungsweise ihrer Spielführer-Macht zu arbeiten. Ein Spielführer überzeugt, weil er selbst aus tiefstem Herzen überzeugt ist. Er geht Risiken ein und lernt. Es ist ein lebenslanger Weg, mit vielen kleinen Schritten.