Von Thomas Schulte

Die SPD stagniert in den Umfragen schon seit einigen Monaten, sehr zur Enttäuschung ihrer Mitglieder und Parteifreunde. Es herrscht Ratlosigkeit.

Wo könnte ein Coaching für mehr Leistung und Leichtigkeit ansetzen?

An der Leistung kann es kaum liegen, gehen doch einige beachtliche Erfolge auf ihr Konto, beispielsweise die Einführung des Mindestlohns oder der Mütterrente. Auch das Führungspersonal ist so schlecht nicht. Sigmar Gabriel, Yasmin Fahimi, Frank-Walter Steinmeier, Andrea Nahles – um nur einige zu nennen – sind präsent, haben wichtige Themen besetzt und wirken kompetent. Die „Frauenquote“ der SPD ist vorbildlich.

Aber eines fällt auf: Die SPD versucht sich weitestgehend gegen die CDU und die CSU zu positionieren. Etwa indem sie ihre Rolle als Juniorpartner betont oder Kritik am Koalitionspartner übt. Und das gegen eine beliebte Bundeskanzlerin, die in extrem schwierigen Zeiten scheinbar alles richtig macht.

Wo ist da die Leichtigkeit?

Der politische Konkurrent sind doch die Grünen und die Linke. Attacken hier? Fehlanzeige! Man gewinnt den Eindruck, dass sich die SPD nicht auf Kosten eines späteren Koalitionspartners profilieren will. Klagen und Konkurrenzdenken werden vom Wähler nur als Schwäche interpretiert. Das Gegenmittel: Mut. Mut, sich mit den eigentlichen politischen Gegnern auseinanderzusetzen, auch wenn dies spätere Koalitionen erschweren mag. Im hier und jetzt zu agieren und nicht schon die nächste Bundestagswahl im Visier zu haben.

Mut ist eine kraftvolle Qualität in Organisationen, nicht nur bei der SPD. Das wäre das Coachingziel, an dem ich mit der Partei gerne arbeiten würde.